Die Kleideretikette für alle Immanfreunde
Wie für fast alle Bereiche des Lebens gibt es auch beim Imman Kleidung, die besser dafür geeignet ist
und solche, die man eher in der Kleidertruhe lassen sollte. Natürlich ist es jedem Spieler freigestellt,
mit den Kleidern zu üben, in denen er sich am wohlsten fühlt und eine optimale Bewegungsfreiheit erreichen
kann, doch gibt es Kleidung, von der schon aus Verletzungsgründen grundsätzlich abzuraten ist. Man stelle
sich nur das Aufstöhnen einer Spielerin vor, die in ihrem langen Kleid nach neuester Vinsalter Mode über
den Platz eilt und der ein übereifrigen Gegenspieler auf die Schleppe tritt. Oder gar einen jungen Herrn,
der in schweren Reiterstiefeln, die ihm bei jedem Schritt unter die Kniescheibe schlagen, dem kleinen
Korkball hinterhereilt. Schmerzvolle Erfahrungen könnte auch derjenige machen, der über eine zu lange Hose
stolpert oder dessen Schläger sich in einem schweren Mantel beim Torschuß verheddert.
Diese zugegebener Maßen übertriebenen Beispiele zeigen, daß allein aus praktischen Gründen die Wahl der
richtigen Bekleidung ein Muß für jeden Immanspieler darstellt. Doch auch die offiziellen Anforderungen
wurden in den letzten Jahren deutlich formalisiert. An dieser Stelle soll deshalb neben allgemeinen
Informationen zu immangerechter Kleidung auch auf Besonderheiten hingewiesen werden, die durch die
Vorgaben der Verbände bei der Beteiligung an Turnieren und Meisterschaften zu beachten sind.
Traditionell besteht Immanbekleidung aus einer Kniebundhose, die sowohl unterhalb der Kniescheiben als auch
am Bauch mit einem in die Hose eingenähten Strick verschlossen werden kann. Am Oberkörper tragen die Spieler
kurzärmelige Wollhemden, die in die Hose gesteckt werden. Bei entsprechend guter Witterung war dies bereits die
gesamte Bekleidung. Es wird barfuß und barbeinig gespielt. Im Thorwalschen sucht man zumindest in den
Sommermonaten vergebens nach einem Spieler, der diese Kleideretikette verletzt. Viele Spieler schwören auf das
Spiel ohne Schuhe, da mit blanken Füßen ein optimaler Halt auf dem Spieluntergrund gewährleistet ist, so lange
es sich um Rasen handelt. Außerdem ist festes Schuhwerk teuer und kaum ein Freizeitimmanspieler ist in der Lage,
sich für den Sport ein eigenes Paar Schuhe zu kaufen, daß zudem noch regelmäßiger Reparaturen bedarf.
Es gibt allerdings auch Steinuntergründe, besonders in den Zwergenstadien ist dies der Fall, und
das Wetter läßt längere Bewegung im Freien ohne Schuhwerk auch nicht zu allen Jahreszeiten zu, vor allem, wenn
man sich nördlich des Finsterkamms aufhält. In diesen Fällen werden an den Unterschenkeln Kniestrümpfe getragen.
Die Füße stecken meist in einfachen Halblingen, doch hat sich bei den höherklassigen Mannschaften, die Imman
mit wesentlich mehr Geschwindigkeit und Körpereinsatz spielen, das Tragen leichter Schnürstiefel durchgesetzt.
Die Erfahrung hat gelehrt, daß dadurch langfristige Verletzungen an Füßen und Knöcheln deutlich weniger zu
beobachten sind, als in den vorangegangenen Jahrzehnten, wo es kein wirkungsvolleres Foul gab, als dem Gegner
mit voller Kraft die Zehen breitzuschlagen.
Finanzkräftige Vereine haben ihre Spielhemden in den Mannschaftsfarben gefärbt und für jeden Spieler mit einer
individuellen Markierung versehen, die es dem Schiedsrichter und den Zuschauern erleichtert, ihn eindeutig zu
identifizieren. Dies kann eine Nummer, ein Buchstabe oder ein beliebiges Symbol sein. vor allem im Mittelreich
werden die Spielerhemden gern mit den Zeichen der zwölf Götter und verschiedener Halbgötter versehen, um auf
die Anwesenheit der Götter auch bei diesem scheinbar so zwanglosen Vergnügen hinzuweisen. Auch die Kniestrümpfe
werden gern in den Vereinsfarben gehalten, wobei oft zweifarbige Paare zum Einsatz kommen. Die meisten Spieler
tragen allerdings nur einfache Wollhemden, so daß notfalls eine der Mannschaften in einem Vergleich zweier Dörfer
oben ohne spielen muß. Als besonderes Markenzeichen der Immanspieler hat sich zudem das Stirnband durchgesetzt.
Dieses ist ebenfalls in den Mannschaftsfarben gehalten. Begeisterte Anhänger der Spitzenvereine tragen diese Stirnbänder
gern auch außerhalb des Stadions. Häufig sind auf diese Treuebekundungen die großen Erfolge der Mannschaften
aufgestickt, wie etwa "S.O. PREM, VAI 33, 34, Pok 32" oder "Swelttalwehr - Pokalsieger 34 H".
Die Torleute tragen zur deutlichen Unterscheidung von den Feldspielern Stirnbänder einer anderen Farbe. Hier zeigen
sich oft die künstlerischen Fähigkeiten der Spielerfrauen oder besondere Phantasien der Tormänner. So trägt Roleff
Swarte, der Torsteher der Swelttalwehr, immer ein schwarzes Tuch mit aufgestickten roten Wölfen, angeblich um die Gegner
zu ängstigen, während der immer zu einem Scherz aufgelegte Ersatztorhüter ein sehr farbenfrohes Band trägt. Man sah
in den Stadien auch bereits Torleute mit Totenschädel- (Orkensturm Phexcaer), Nackte-Frauen- (Sturmotta Prem) und sogar
Wolkenschäfchensymbolen (Gasse Grangor). Nicht regelkonform ist dagegen das Tragen eines Kopftuchs, wie es der
Torhüter von Marithim Rethis mit dem großen Symbol einer Krone in einem Spiel gegen Phoenix Sylla trug, was die
Mannschaft 3 Punkte und damit den Sieg kostete.
In den verschiedenen aventurischen Ligen wird größtenteils am traditionellen Kleidungsstil festgehalten. Vor allem
Fünfzehn aus den nördlichen Regionen fühlen sich meist in der Wollkleidung recht wohl. Im Süden hingegen sind
in letzter Zeit auch ärmellose Hemden in Erscheinung getreten. Diese gewähren dem Träger angeblich mehr Bewegungsfreiheit
beim Ausholen mit dem Schläger und lassen mehr kühle Luft an den schweißbedeckten Körper. Bei den heißen Sommern
im Süden läßt sich allerdings fragen, welche kühle Luft da wohl um die muskulösen Spielerarme streifen soll. Einige
Zeitgenossen vermuten sogar, daß diese Mode vor allem eingeführt wurde, um auch mehr Frauen in die Arenen zu locken
und so das Spiel von den Launen der Männer, die lange Zeit nahezu 100 Prozent der Besucher gestellt hatten, unabhängiger
zu machen. Dem selben Zweck scheinen auch die kurzen Seidenhosen zu dienen, die von einigen liebfeldischen Mannschaften
im Augenblick probeweise getragen werden. Allgemein durchgesetzt haben sich solche Spielereien aber nicht.
Verboten sind beim Imman Rüstungen fast jeglicher Art. Harnische und Kettenhemden stellen nicht nur eine besondere
Verletzungsgefahr für den Gegner im Falle eines Aufpralls dar, sie behindern auch den Spieler selbst ungemein. Mit ihnen
ist es unmöglich, für längere Zeit mit hoher Geschwindigkeit hinter einem Ball herzulaufen. Auch Helme sind beim
Imman nach einigen bösen Unfällen in den Stadien der Zwergenmannschaften, wo oft auch mit dem Kopf voran verteidiget wird,
verboten, hat es doch Fälle gegeben, in denen ein Angreifer durch kleine Spitzen auf den Helmen schwer verletzt worden
ist. Einmal ist auch ein Helmträger selbt Opfer seiner Ausrüstung geworden, als er an einem Angreifer, der mit einer
geschickten Körpertäuschung dem Ansturm auswich, vorbeilief und frontal in eine der Steinumrandungen gespurtet ist. Es hat
mehrere Tage gedauert, bis er den Helm wieder von seinem geschwollenen Kopf nehmen konnte. Auch das Tragen von Schmuck ist
tunlichst zu vermeiden. Wie leicht kann im Eifer des Gefechts eine Halskette an einem gegnerischen Schläger hängenbleiben
oder sich ein großer Ohrring plötzlich am Finger eines anderen Spielers wiederfinden.
Häufig getragen werden hingegen lederne Arm- und Beinschienen. Diese behindern nach längerem Üben kaum einen Spieler
ernsthaft, bieten aber einen gewissen Schutz gegen Stockschläge und schnell fliegende Bälle, die von erfahrenen
Spielern gekonnt mit der Armschiene geblockt werden können. Einige Immanspieler schwören zudem auf Handschuhe, die
ebenfalls beim Stoppen des Balls gute Dienste leisten. Auch könne durch sie verhindert werden, daß der Schläger im
entscheidenden Moment aus den verschwitzten Händen rutscht, doch fallen recht häufig gerade Handschuhträger durch
Schlägerverluste auf, wohl, weil die Feinfühligkeit, die so wichtig beim richtigen Schwingen des Eschenholzes ist, durch
den Stoff an den Händen beeinträchtigt wird.
Zum Schuhwerk ist hauptsächlich zu erwähnen, daß es so weit wie möglich entbehrlich ist, wenn man Imman auf einem
niedrigeren Niveau spielt. In höhreren Spielklassen und mit zunehmender Härte sollte auf festes Schuhwerk allerdings
nicht verzichtet werden. In jedem Falle sollten die Schuhe oder Halbstiefel gut an den Füßen sitzen und aus möglichst
weichem Material gearbeitet sein. Auch sollte man sie schnüren können. Nichts ist unangenehmer, als mitten im Spurt
Richtung Tor einen Stiefel zu verlieren. Das Tragen hoher Stiefel und offener Schuhe sollte tunlichst vermieden werden,
da diese nicht nur unbequem sind, sondern auch eines der größten Verletzungsrisiken beim Imman darstellen.
Für alle, die bei all diesen Informationen über erlaubte, verbotene, ratsame und ungeeignete Kleidungsstücke den
Überblick verloren haben, hier noch einmal die Grundausrüstung, die jeder Immanspieler bestitzen sollte:
obligatorisch:
- Stirnband in den Mannschaftsfarben
- Wollhemd mit kurzen Ärmeln (gern in den Mannschaftsfarben und mit passendem Wappen!)
- Kniebundhose aus Wolle mit Schnüren an allen drei Öffnungen
- Immanschläger
ratsam:
- Lederschützer an Unterarmen und Schienbeinen
je nach Spielfeld und Wetter:
- Kniestrümpfe (gern in den Mannschaftsfarben)
- feste Schnürschuhe (nicht höher als bis über die Knöchel)
- Lederhandschuhe











