Imman in den verschiedenen Regionen Aventuriens
Imman ist ein Spiel, bei dem zwei Mannschaften mit Holzschlägern versuchen, einen Ball in ein Tor zu treiben. Diese
allgemeine Definition könnte der kleinste gemeinsame Nenner werden, wenn sich Experten zusammensetzen und eine allgemein
gültige Beschreibung des Immans in Aventurien erarbeiten sollten. Natürlich sind Esche und Kork, der Unterschied zwischen
einem und drei Punkten und eine gewisse Vorgabe, die Spielfeldgröße betreffend, in den Köpfen der meisten Aventurier
als der Rahmen für Immen verankert, aber es gibt zahlreiche regionale Varianten und Ausnahmen dieser Regeln. Am bekanntesten
dürften das mit Mahagoni und Kautschuk gespielte Imman im Kemi-Reich sein, doch auch Kufenimman mit seinen
besonderen Regeln ist zumindest den meisten Nordaventuriern ein Begriff.
An dieser Stelle soll nun der Versuch gemacht werden, einige regionale Eigenarten des Imman einem weiteren Interessentenkreis
bekannt zu machen. Es soll weder ein Anspruch auf Vollständigkeit noch auf Fehlerfreiheit erhoben werden. Schließlich
stammen alle Berichte, die uns über das Imman in weit entfernten Gebieten vorliegen, aus dem Mund mehr oder weniger
glaubwürdiger Gewährsträger und auch regionale Besonderheiten regionaler Besonderheiten können hier natürlich nicht
berücksichtigt werden.
| Der Norden | Liebliches Feld | Maraskan |
| Thorwal | Die Zwergenstädte | Der tiefe Süden |
| Das Mittelreich | Die Wüste Khom | Das Kemi-Reich |
Der Norden - Kufenimman
Im Norden Aventuriens, dort, wo der Boden selten weiter als ein paar Spann auftaut, ist ein geregelter Immanbetrieb auf
normalen Rasenspielfeldern nicht vorstellbar. Einzig in Leskari gibt es zwei Mannschaften, die dies mit mehr oder weniger
großem Erfolg versuchen. Da sich der Immansport durch thorwaler Händler aber auch hier breit machte, suchten die an die
harten Bedingungen gewöhnten Einwohner andere Möglichkeiten, dieser interessanten Betätigung nachzugehen.
Auf dem gefrohrenen Boden war es naheliegend, dieses schnelle Spiel auf den Kufen auszutragen, die normalerweise zum
schnellen Überbrücken großer Entfernungen genutzt werden. Schläger und Bälle hingegen sind soweit möglich aus Esche und
Kork, doch dürfen in dieser rohstoffarmen Region auch alle anderen Holzsorten und mit Hundehaar gefüllte Lederbällchen
zum Einsatz kommen. Das Spielfeld ist begrenzt durch kniehohe Holzbretter und besteht aus zwei Hälften, die
jeweils wieder mit grünen Linien halbiert sind. Die Tore sind etwas schmaler, als beim Rasenimman, dafür gibt es für eine
Treffer ins Tor fünf und für einen Schuß über die Querlatte zwei Punkte. Schüsse hinter der grünen Linie, die ins Tor oder
über die Querlatte gehen, bringen einen Extrapunkt ein. Strafschläge bei grobem
Foulspiel werden durch einen Spieler, der vom eigenen Tor aus anläuft und die grüne Linie in der Mitte der gegnerischen Hälfte
nicht überschreiten darf, ausgeführt. Zur Abwehr dieser Strafschläge darf der Torwart keinen Schläger benutzen.
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Thorwal - Der rauhe Klassiker
Im Mutterland des Imman ist alles etwas rauher. Die Thorwaler würden dazu "originaler" sagen, aber mit Sicherheit hat
sich noch kein Spieler aus einer anderen Region die Finger geleckt, wenn es galt, gegen die harten Nordländer zu spielen.
Spitzenmannschaften wie Orkan Thorwal oder Pottwal Prem haben sich im Laufe der Jahre an den bei der Allaventurischen
Immanmeisterschaft gewünschten gemäßigten Stil gewöhnt, hatten doch häufig viele Sperren wegen groben Spiels beide
Mannschaften um ihre Chancen bei der Meisterschaft gebracht. Doch kleinere Vereine, die hauptsächlich in regionalen
Turnieren gegeneinander antreten, haben die pure reine Kraft dieses Spiels, wie es hier im Norden schon seit
Jahrhunderten praktiziert wird, bewahrt.
Mit der Mannschaftsaufstellung haben die Thorwaler keine Probleme. Jedes Mädchen und jeder Junge träumen von Kindesbeinen
an davon, einmal in der Auswahl der heimischen Ottajasko spielen zu dürfen. Alle Thorwaler spielen begeister Imman, so
daß die Hetleute der Ottajaskos, die für die Aufstellung der besten Spieler verantwortlich sind, nie Probleme haben, willige
Spieler zu finden, dafür aber umso größere, die wirklich besten 15 auszuwählen.
Im Thorwalschen wird kaum ein Foul geahndet. Ein Spieler, der ohne blaue Flecken aus einem Spiel kommt, gibt sich am Abend
und auch noch deutlich länger dem Hohn und Spott des gesamten Dorfes preis. Auch blutende Wunden sind nicht unbedingt ein
Grund, den Sünder vom Feld zu stellen, wenn sie im fairen sportlichen Zweikampf geschlagen wurden. Dagegen werden Angriffe
von hinten, Hakeln und Beinstellen nicht nur mit dem Vom-Platz-Stellen, sondern häufig auch mit einer ordentlichen Abreibung
durch die am Spielfeldrand wartenden Zuschauer bestraft. Hart darf es zugehen, aber immer von vorn! Die Spielfelder in
Thorwal sind meist eher am oberen Rand der erlaubten Längen- und Breitenmaße angelegt, schließlich ist Imman ein Laufspiel.
Die typische thorwaler Spielweise mit hohen Bällen und schnellen Läufern erlaubt es, auf die Rasenpflege weniger Wert zu legen,
aber generell ist das Immanfeld eines der am besten gepflegten Grundstücke und oft der ganze Stolz eines thorwaler Dorfes.
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Das Mittelreich - Die hohe Kunst des Imman
Da das Imman im Mittelreich lange Zeit verboten war, konnte sich hier keine eigene Immantradition mit regionalen Besonderheiten
herausbilden. Seit der Austragung des aventurischen Turniers um den Kaiser-Retho-Kelch setzte das Mittelreich hingegen
Maßstäbe, was die Regeln des Imman in ganz Aventurien betrifft. Feldgröße, Strafregeln, Punktevergabe, Spieleranzahl. Alle
möglichen regelungsbedüftigen Punkte finden hier eine Kodifizierung. Nichts soll dem Zufall überlassen werden, um eine größt
mögliche Chancengleichheit und Übersichtlichkeit der Schiedsrichterentscheidungen zu gewähren. Gemäß dem im Reich herrschenden
ritterlichen Ideal soll es auf dem Platz gerecht und fair zugehen. Nur der beste und nicht der glücklichere soll das Feld
als Sieger verlassen.
Auch der Auftritt der Mannschaften vor dem Spiel ist einem strengen Kodex unterworfen. Der Einmarsch
erfolgt unter den Klängen der jeweiligen Mannschaftslieder, wobei zunächst die Heimmannschaft und nach dieser die Gäste,
die durch jeden einzelnen Heimspieler per Handschlag zu begrüßen sind, das Feld betreten. Danach stellen sich alle Spieler
im Kreis auf, wobei jeweils Spieler der gegnerischen Mannschaften nebeneinander stehen müssen. Zu den Klängen der kaiserlichen
Hymne müssen sie sich ihre Hände auf die Schultern legen. Danach geloben die beiden Mannschaftskapitäne für ihre jeweiligen
Mannschaften ein regelkonformes Spiel unter Achtung der Stärke des Gegners.
Eine Besonderheit hat sich dennoch im Mittelreich entwickelt. In der Zeit des allgemeinen Immanverbots wurden zunächst auf
den Dörfern geheime Spiele mit Stock und Ball auf verborgenen Waldlichtungen ausgetragen. Meist wurden sie mit nur fünf
Spielern je Mannschaft gespielt. Das Tor war einen Schritt hoch und breit. Für jeden Treffer hinein gab es einen Punkt. Bald
fand dieses Spiel seinen Weg in die Städte, wo es im geheimen in abgelegenen Innenhöfen betrieben wurde. Legendär ist eine
Garether Hofimmanliga, die zwischen 67 und 64 vor Hal drei Jahre lang bestehen konnte, bevor die meisten Spieler von den
kaiserlichen Häschern in einer großen Operation gefaßt und zur Zwangsarbeit in Minen und auf Kriegsschiffen verbracht
wurden. Nach der Zulassung des Imman im Mittelreich im Jahre 60 Hal entstanden binnen kürzester Zeit zahlreiche Hofmannschaften,
die ihre Spiele nun vermehr auch auf den Straßen Gareths und vieler anderer Städte austrugen. Das Straßenimman, daß noch
heute eine der liebsten Beschäftigungen der städtischen Jugend ist, war nach langen Jahren im Verborgenen endlich an die
Oberfläche getreten.
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Das Liebliche Feld - Wie am Hof, so auf dem Platze
Ein Immanspiel im Lieblichen Feld ist etwas ganz besonders, vor allem, wenn man kurz zuvor bereits ein Spiel in Thorwal oder
Al'Anfa sehen konnte. Schon der Einmarsch der Spieler gleicht eher einer Kleider- und Haarschau als den Vorbereitungen zu
einem sportlichen Kräftemessen. Jeder Spieler stolziert einzeln auf das Feld, wirft freundlich Kußhände ins Publikum,
nimmt dann im Mittelkreis Aufstellung, um sich nach allen Seiten hin zu verneigen und schreitet dann zur Bank seiner Mannschaft.
Der Auftritt der Mannschaftskapitäne gleicht dem Balztanz zweier Auerhähne, die um die Gunst der anwesenden Glucken buhlen.
Für viele weibliche Zuschauer ist zu diesem Zeitpunkt das Spiel bereits beendet, müssen sie doch mit Riechwässerchen und
anderen Tinkturen aus der durch die Aufregung eingetretenen Ohnmacht befreit werden.
Auch das Spiel selbst scheint fast eine Eigenentwicklung im Lieblichen Feld erfahren zu haben. Frontale Zusammenstöße und
mit Ellenbogenunterstützung ausgetragenen Laufduelle sieht man hier äußerst selten. In dem verhältnismäßig bewegungsarmen
Spiel überraschen die Spieler hingegen mit unglaublich präzise und schnell geschlagenen Pässen. Häufig kommt es vor, daß
nicht nur Zuschauer und Schiedrichter den Ball beim völlig falschen Spieler vermuten, sondern auch der Gegner auf eine
falsche Fährte gelockt wurde und erst durch unerwarteten Torjubel der wahre Aufenthalt des Korks wieder bekannt wird. Solche
Meisterleistungen ernten wesentlich mehr Applaus als ein technisch gekonnter Alleingang durch die gesamte Abwehrreihe des
Gegners. Imman ist im Lieblichen Feld eben in erste Linie ein Denkspiel. Dennoch
ist das Imman im Lieblichen Feld bei weitem keine körperlose Angelegenheit. Doch werden Rangeleien und Nicklichkeiten meist
hinter den Schiedsrichtern ausgetragen, neigen diese doch allzu schnell zum Ausschluß eines Spielers beim kleinsten Vergehen.
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Die Zwergenstädte - Alles eine Nummer kleiner
Am auffälligsten, wenn man ein Immanspiel in einer der Zwergenstädte im Kosch oder anderswo betrachtet, ist die Spielfeldgröße,
die meist am unteren Rand der vorgegebenen Länge liegt. Auch die Tore sind flacher. Die Querlatte wir statt in 1,5 Schritt
Höhe bereits bei 1 Schritt angebracht, um den Torleuten überhaupt eine Abwehrmöglichkeit zu geben. Menschliche Torleute müssen
sich zudem auf die Knie begeben, was zu manchen wütenden Protesten gefürt hat, denn Imman in den Zwergengebieten wird auf
purem Stein ausgetragen. Dies ist auch die häufigste Verletzungsursache, da ein Sturz meist schon zu bösen Prellungen, wenn
nicht gar Knochenbrüchen führt. Häufig wurden die Spielfelder zudem in den Stein gemeiselt, wobei eine Steinumrandung stehen
gelassen wurde, um ein Wegrollen des Balles, was jeweils zu langen Spielpausen führen würde, zu verhindern.
Die Art der Zwerge, Imman zu spielen, erinnert an den puren Stil in Thorwal. Noch häufiger als dort sieht man allerdings den
Frontalzusammenprall, der für die Zuschauer die höchste Form der Abwehrarbeit darstellt. Da Zwerge aufgrund ihres tiefen
Schwerpunkts kaum aus dem Gleichgewicht zu bringen sind, ist das direkte Zulaufen auf den Gegner meist die einzige Möglichkeit,
einen Angreifer wirkungsvoll zu stoppen. Zwerge halten sich recht häufig an ein striktes Spielschema. Bremser bewegen sich
kaum von ihrem Tor weg. Mittelfeldspieler haben einen Bewegungsradius um den Mittelkreis herum und Angreifer sind zum
Angreifen da. Sollte sich doch einmal ein Spieler von seiner Position entfernen, wird er meist schnell geblockt und somit
wieder in seinen vorgegebenen Wirkunskreis gedrängt. Die Zwerge gelten allgemeinhin auch als die Erfinder der Positionen
Halbbremser und Halbstürmer, die eine konsequente Fortentwicklung des starren Spielsystems darstellen und noch effektivere
Kurzpässe von der Abwehr bis in die Spitzen hinein erlauben.
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Maraskan - Immer im Kreis herum
Die Maraskaner haben Imman zuerst durch die mittelreichischen Besatzer kennengelernt. Natürlich war das Spiel als Teil der
Kultur des Gegeners zunächst verhaßt und wurde von den Marakanern soweit möglich ignoriert. Erst als reisende Händler Berichte
von der Immanliga in Kemi mitbrachten und langsam bekannt wurde, daß Imman eine Erfindung von wilden Nordländern sei,
konnten sich einige Menschen auf der Insel dafür begeistern. Um aber die ideologischen Fronten nicht noch durch einen
Ballsportstreit zu verschärfen, entschlossen sich die maraskanischen Immanvorreiter, das Spiel so weit abzuwandeln,
daß es mit dem Original fast nur noch die Spielutensilien gemeinsam hatte.
Imman wird auf Maraskan meist in alten Amphitheatern gespielt. Wichtig ist in jedem Fall, daß das Spielfeld vollkommen rund
wie ein Diskus ist. Die Anzahl der Spieler wird von der Größe des Kreisdurchmessers bestimmt. Je 10 Schritt wird ein Spieler
eingesetzt, wobei das Feld zwischen 50 und 130 Schritt breit sein sollte. Das Spielgerät besteht aus einem Schläger, der an
seinem Blatt ein Loch hat, durch das der Ball genau hindurchpaßt. Die Tore bestehen aus einer 2 Schritt hohen Bretterwand,
in die ein 1 Schritt großes kreisrundes Loch gesägt wurde. Der Boden besteht meist aus festgetretener staubiger Erde oder
Steinplatten.
An einem maraskanischen Immanspiel nehmen immer drei Mannschaften teil. Das Spielfeld ist deshalb wie eine Torte gedrittelt.
Schüsse auf das Tor sind nur von ausßerhalb des jeweiligen Tortendrittels erlaubt. Eine Ausnahme stellt der Mittelkreis dar,
dessen Durchmesser halb so lang wie der des gesamten Feldes ist. Aus diesem darf in alle Richtungen geschossen werden.
Jeder Spieler darf sich nur im Mittelkreis oder in den beiden gegenerischen Dritteln aufhalten. Einen Torhüter gibt es nicht.
Es gilt also, die beiden gegnerischen Mannschaften möglichst am Schuß ins eigene Tor zu hindern oder die Spieler zumindest
in ungünstige Schußposition zu bringen. Ein Treffer auf die Bretterwand einer Mannschaft bringt dieser einen Minuspunkt
ein, wir der Ball durch den Kreis geschlagen, gibt es vier Minuspunkte.
Schüsse aus einer verbotenen Position werden mit Strafschlägen aus dem Mittelkreis heraus geahndet, wobei ein Spieler der
Mannschaft, auf deren Tor der Schuß abgegeben wurde, unbehindert zum Schuß antreten darf. Auch bei Fouls gibt es einen
entsprechenden Freischlag auf das Tor des Übeltäters. Besondere Spannung kommt durch das Loch in den Schlägern ins Spiel.
Normalerweise erschwert es den Spielern das Schlagen der Bälle, da sie entweder direkt durch das Loch rutschen oder durch
dessen Rand zumindest in ihrer Richtung abgelenkt werden können. Die Mannschaft hingegen, die die meisten Minuspunkte auf
ihrem Konto hat, darf einen Spieler bestimmen, dem die Augen verbunden werden. Wenn es diesem gelingt, den Ball durch
seinen Schläger hindurchfliegen zu lassen, werden seiner Mannschaft drei Minuspunkte gestrichen. Allerdings gibt es kaum
Spieler, die eine solche Leistung, die auch "Einen Diskus schlagen" genannt wird, vollbringen können, so daß die
Spezialisten in diesem Bereich von allen Mannschaften auf Maraskan heiß gesucht sind.
Sieger ist diejenige Mannschaft, die am Ende die wenigsten Minuspunkte auf ihrer Tafel zu verzeichnen hat, was immer
wieder zu interessanten Konstellationen auf dem Feld führt, vor allem dann, wenn Erzrivalen plötzlich miteinander
kooperieren müssen, um eine Niederlage abzuwenden.
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Khom - Roß oder Kamel?
Auch bei den wilden Novadistämmen der Khom hat Imman für Aufsehen gesorgt. Fahrende Händler brachten häufig Berichte von
spannenden Spielen mit in die Oasen und Kriegszüge haben viele Novadis mit eigenen Augen den Kampf um den Korkball sehen
lassen. Für die immanwilligen unter den Novadis gab es nur ein Problem - der Sand. Man fand keine Möglichkeit, dieses
schnelle Spiel zu Fuß unter Wüstenbedingungen auch nur halb so interssandt zu gestalten, wie es auf den Rasenplätzen des
Mittelreiches und Lieblichen Feldes der Fall war.
Abhilfe brachte Mehlal ben Harif aus der Oase Khalef. Als er seinen Neffen mit einem kleinen Speer vom Rücken eines Kamels
aus einer Wüstenmaus nachjagen sah, kam ihm der Gedanke, daß dies auch mit einem Ball und Schlägern gehen könnte. Bald hatte
er einige Freunde zusammengerufen und gemeinsam versuchten sie, seine Idee umzusetzen. Und siehe: es funktionierte wunderbar.
Man steckte ein rechteckiges Feld von 150 Schritt länge und 100 Schritt breite ab, an dessen Enden je zwei Palmen als
Torpfosten standen. In einer Höhe von 2,5 Schritt brachte man einen Querbalken an, fertig war das Kamelimmanfeld. Inzwischen
wird dieser Sport in den meisten Oasen betrieben. Ein Regelwerk hat sich herausgebildet, daß dem des "Fußgängerimman", wie
es die Novadi inzwischen abschätzig nennen, recht ähnlich ist. Lediglich bei den Foulregelungen gibt es naturgegeben Unterschiede.
So ist ein frontaler Aufritt auf den Gegner verboten, da durch diesen vor allem dessen Tier in Gefahr geriete. Auch das
Schlagen mit dem Holz auf Tiere und Gegner ist untersagt. Hingegen ist es erlaubt, einen gegnerischen Spieler von seinem
Reittier zu stoßen, wodurch dieser bis zum nächsten Ausball das Spielfeld verlassen muß.
In Unnau und anderen reichen Oasen gibt es bereits Reiterimmanmannschafte, die ihre Spiele auf dem Rücken speziell für
diese Aufgabge abgrichteter Shadifs austragen. Das Spiel ist noch um einiges schneller, als das Kamelimman, doch in tiefem
Sand haben die Kamel immer noch entscheidende Vorteile gegen die Pferde, so daß diese sich als allgemeines Reitimmantier
bisher nicht durchsetzen konnten.
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Der tiefe Süden - Auf Leben und Tod
Auch die Sklavenhaltergesellschaften des Südens haben Imman für sich entdeckt. Allerdings gibt es kaum Bürger der Städte,
die sich diesem barbarischen Zeitvertreib unterziehen. Allenfalls in den armen Vororten findet man Vereine, deren Mitglieder
selbst dem Korkball hinterherjagen. Ein besonderer Zuschauermagnet hingegen sind Immanturniere in den Arenen, in denen
sich meist Gladiatoren Arme, Beine und Köpfe abschlagen. Mehrmals jährlich werden hier Schwert und Spieß von Esche und
Kork verdrängt, wenn die großen Herren der Städte ihre bunt zusammengewürfelten Immanmannschaften über den sandigen Arenaboden
jagen, um für Gold und Trophäen zu kämpfen. Auf einigen Sklavenmärkten gibt es bereits Bereiche, in denen neben kampferprobten
Recken, die sich als Gladiatoren oder Leibwächter eignen, auch robuste "Immanrohlinge" angeboten werden, die nach einiger
Ausbildung und Übung für diesen Sport geeignet sein sollten.
Entgegen aller hämischen Bemerkungen aus dem Norden ist das Niveau in den südländischen Immanarenen in den letzten Jahren
auf ein erstaunliches Maß gestiegen. Da die Immaniatoren, wie die Spieler hier genannt werden, einzig und allein für
das Spiel ausgebildet werden, müssen sie keiner anderen Beschäftigung als dem Spiel mit Esche und Kork nachgehen und
können sich somit voll und ganz auf ihre körperliche und technische Perfektion konzentrieren. Die besten von ihnen können
nach einer erfolgreichen Laufbahn zudem auf eine Anstellung als halbfreier Immanbetreuer einer Immaniatorenmannschaft hoffen,
so daß sich für beide Seiten hartes Training lohnt. Ein weitere Ansporn für die Spieler ist die jederzeit sichtbare
Möglichkeit, bei anhaltendem Mißerfolg in die Minen zu wandern - keine sehr verlockende Aussicht.
Zu Erfolg gehört im südaventurischen Imman nicht nur der Sieg. Die Zuschauer in den Arenen wollen unterhalten werden.
Technisch hochklassige Spielzüge, Spritzige Laufduelle, aber auch wüste Schlägereien, alles ist hier beliebt, nur langweilen
darf das Spiel nicht. Ein wichtiger Teil der Ausbildung einer Immanmannschaft besteht hier deshalb auch in der zuschauergerechten
Taktik. Nichts langweilt mehr, als eine Halbzeitführung von 22:1. Deshalb lernen auch überlegene Mannschaften, ein Spiel
bis zum letzten Augenblick spannend zu halten, um dann im entscheidenden Moment das viel umjubelte Siegtor zu schießen.
Gefährlich ist das Spiel für die Immaniatoren in jedem Fall. Es sind bereits ganze Mannschaften in die Minen gewandert, weil
sie zu hoch verloren haben und ihre Besitzer um enorme Wetteinsätze gebracht haben. Auch die Todeslöwen Sylla, die 12 Hal eine
gesamte Spielzeit hindurch kein einziges Gegentor kassierten, wurden auf die Plantagen geschickt, da kein Zuschauer mehr
Interesse an ihren Spielen hatte und im Jahre 24 Hal sind im Endspiel um die Al'Anfaner Meisterschaft die Löwen in das
Stadion gelassen worden, da es zur Halbzeit immer noch 0:0 stand und die Spieler sich nach Meinung der Zuschauer nicht
genug bewegt hatten. Und regelmäßig enden Immaniatoren, die über einen längeren Zeitraum schlechte Leistungen geboten haben,
unter den unbewaffneten Gladiatoren, die gegen Alligatoren oder Löwen kämpfen müssen, wobei sich ihre Herren diesen Schritt
reiflich überlegen, ist doch die Ausbildung eines Immaniators eine kostspielige Angelegenheit.
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Kemi - Guck mal, was da springt
Die neben dem Kufenimman wohl schnellste Form des Imman wird vermutlich im Kemi-Reich gespielt. Ein schiffbrüchiger Thorwaler brachte das Spiel auf die Inseln. Da es hier weder Esche noch Kork gab, mußte er sich mit anderen Mitteln helfen und fand diese in Mahagonischlägern und Kautschukbällen. Im Gegensatz zu Kork bleiben diese nur äußerst selten liegen, so daß das Spiel mit diesen Bällen eine besondere Präzision beim Zuspielen verlangt. Ein ungenauer Ball kann auch vom besten Läufer nicht mehr erreicht werden - Imman ist hier eben ein Paßsspiel. Die hohe Geschwindigkeit des Spiels und die vielen unterhaltsamen Szenen, wenn doch einmal ein Ball verspringt, haben innerhalb kurzer Zeit viele Besucher zu den Spielfeldern gelockt. Das wachsende Intersse führte zu einer schnellen Ausbreitung des Imman im Kemi-Reich, wo es bereits seit längerem eine eigene Immanliga gibt. [oben]











