Grundlegende Gedanken zur Einbindung des Immanspiels ins Rollenspiel
Imman ist inzwischen Teil der Kultur vieler Völker und Gebiete Aventuriens geworden. Nicht zu Unrecht wird es häufig
der Volkssport Aventuriens genannt. Die Tatsache, daß das Spiel nahezu überall auf dem Kontinent nach den gleichen
Regeln gespielt wird, macht es grundsätzlich leicht, Imman in ein Abenteuer einzubinden, sei es nun als kleinere "Randszene"
oder im Rahmen eines kompletten Abenteuers, dessen Kernelemente mit dem Sport zusammenhängen.
Vertiefte Regelkenntnisse oder gar das komplette Erstellen einer oder - was bei der Einbindung eines Meisterschaftsspiels
in das Abenteuer logischer wäre - zweier kompletter Mannschaften sind dabei ebensowenig von Nöten, wie dies bei dem zum
Rahmen der Handlung gehörenden Volk auf einem Marktplatz oder sämtlicher Angestellter des Hofes von Wehrheim der Fall
wäre.
Wichtig ist hingegen, den Helden etwas von der allgemeinen Stimmung, die im Rahmen eines Immanspiels die Anhängerschar
und viele weitere Anwesende umfängt, zu vermitteln. Mit Ausnahme der Bewohner einiger großer Städte, in denen die
zahlreichen örtlichen Vereine vermutlich mehrmals in der Woche ihre Kräfte auf Nebenplätzen oder Äckern vor der Stadt
messen, ist ein Immanspiel für jeden Aventurier ein besonderes Ereignis. Selbst in Städten mit verhältnismäßig regelmäßigem
Ligabetrieb stellt jedes Heimspiel des lokalen Immanvereins ein herausragendes Ereignis im meist eher unspektakulären
alltäglichen Leben dar. Für die Landbevölkerung, die in einigen Gebieten natürlich auch selbst gern den Eschenschläger
schwingt, ist der Besuch in einer Stadt, in der am selben Tag ein Immanspiel zweier berühmter Mannschaften stattfindet,
ein so beeindruckendes Erlebnis, daß es selbst dann noch Thema von Geschichten und Erzählungen im Dorf ist, wenn der
Betreffende schon längst für immer in Borons Armen entschwunden ist.
Man stelle sich nur einen Bauern aus dem Nostrischen vor, der, in Havena ankommend, auf eine riesige Meute jolender und
singender Anhänger der Bullen trifft, die sich gerade zum Immanstadion begeben, um ihre Mannschaft im Meisterschaftsspiel
gegen Kaisterstolz Gareth zu unterstützen. Vermutlich wird er keinen Eintritt in das Stadion finden, selbst vorausgesetzt,
es hätte ihn nach solchem verlangt, doch auch so werden die brodelnde Stimmung in der Stadt und die anschließenden
Siegesfeiern beziehungsweise Niederlagenhinwegspülgelage einen tiefen bleibenden Eindruck bei ihm hinterlassen.
Doch auch die meisten Helden, selbst wenn sie bereits den Kampf mit allen Kreaturen Deres gewagt und gewonnen haben
und auch im Angesicht eines Kaiserdrachens nicht mehr mit der Wimper zucken, werden sich einer solchen Stimmung kaum
entziehen können. Auch sie dürften von der Aussicht auf ein hochkarätiges Immanspiel in den Bann gezogen werden und
vielleicht sogar selbst versuchen, eine Eintrittsmöglichkeit zu ergattern, denn auch für sie besteht der Wert des Lebens
nicht nur in steinschweren Geldkatzen und Kerben in der Schwertscheide.
Führt Ihr eine Gruppe abenteuermüder Helden, glauben Eure Krieger, Streuner und Druiden, bereits alle aventurischen
Herausforderungen zu kennen und von nichts mehr beeindruckt werden zu können oder seid Ihr einfach nur nach einer langen
Reise wieder einmal in einer Stadt auf Zwischenstation und sucht nach einem geeigneten Rahmen, um den Aufenthalt über
das übliche Beutelschneiden am Markt, den Tavernenbesuch mit Saufgelage und Falschspiel und das Ausbessern und
Vervollständigen der Ausrüstung hinaus für die Helden zu einem bleibenden Eindruck werden zu lassen? Dann schickt sie in
die Höhle des Löwen und laßt sie Freud und Leid der Anhänger, Torjubel und tiefe Verzweiflung, Freudensänge und
Haßtiraden oder gar eine zünftige Schlägerei der Anhänger zweier rivalisierender Mannschaften hautnah erleben, in einem
Spiel, an das sie sich auch bei den nächsten Abenteuern im Ehernen Schwert, auf dem Meer der Sieben Winde oder in
Schwarztobrien noch gern mit einem kleinen wohligen Schauer auf dem Rücken erinnern werden.











