Der "Ponystall" - unser Jugendpensionat
Die meisten Jugendspieler der Swelttalwehr Lowangen leben in der Stadt bei ihren Eltern
und nahen Verwandten. Im heimatlichen Haushalt gehen sie meist der Berufung nach, die
bereits den Eltern den Broterwerb ermöglicht. Einige wenige gehen auch außerhalb des
elterlichen Hauses einer Lehre nach. Dies trifft vor allem auf jene Jugendliche zu,
deren Eltern nicht in der glücklichen Lage sind, eine Werkstatt oder einen Kaufladen
ihr eigen nennen zu können. Gut vertreten sind in der Jugendmannschaft Zimmermanns- und
Steinmetzlehrlinge, doch spiegelt die Mannschaft dennoch die ganz unterschiedlichen
Herkünfte der Spieler wieder.
Für Jugendliche, die von weiter her nach Lowangen gekommen sind, um in der
Immanmannschaft der Sweltlandponys dem Spiel mit Korkball und Eschenholz nachzugehen,
hat die Fernhändlerzunft Lowangens eigens ein vereinseigenes Jugendpensionat eingerichtet, in
dem diese Spieler ohne familiäre Anbindung in der Svelltstadt ein Zuhause finden können.
Unnötig zu betonen, daß nur wirkliche Talente diesen großen Sprung ins Ungewisse wagen
dürfen. Die meisten von ihnen wurden von Maya Plattenmacher oder Arngrimm Beowulfsson
per Zufall entdeckt und mit großer Überredungskunst sowie dem Angebot von freier Kost
und Logis sowie einer Lehrstelle nach Lowangen gelockt. Nur ein Bruchteil der
angesprochenen Talente wagt dieses Abenteuer und begibt sich freiwillig weg vom
elterlichen Haus und den Kameraden der Kindheit, in der Hoffnung, hier in Lowangen
eine bessere Zukunft zu finden, als sie im heimischen Weiler wartet.
Der "Ponystall" liegt im Stadtviertel Alt-Lowangen, unweit des Gildenhauses der
Kaufmannschaft. Die Fernhändlerzunft hatte ein altes baufälliges Haus zu günstigem
Preis erworben und in ordentlichen Zustand versetzten lassen. Das zweistöckige Gebäude,
das lange Zeit ein Schandfleck im Viertel gewesen ist, unterscheidet sich nun nicht mehr
negativ von den umliegenden Häusern. Die Fassade ist gelb gestrichen, wie es bei so vielen
Häusern Lowangens der Fall ist und große Fenster mit breiten, grün gehaltenen
Fensterrahmen hellen den freundlichen Eindruck, den das Haus auf den Beobachter macht,
weiter auf. Im Erdgeschoß liegen auf der Straßenseite je zwei Fenster rechts und links
einer ebenfalls grün angemalten zweiflügligen Tür, die durch drei Treppenstufen erreichbar
ist. Das Obergeschoß weist fünft ebenfalls grüne Fenster zur Straßenseite hin auf. Das
Dach ist mit Schindeln frisch gedeckt und paßt sich recht gut in die Linie der anderen,
ebenfalls zweigeschossigen Gebäude in diesem Straßenzug ein.
Erdgeschoß:
Betritt man das Haus durch die Flügeltür, wird man von einem großen Vorraum empfangen,
von dem eine breite geschwungene Treppe in das obere Stockwerk führt. Hinter der Treppe
befindet sich eine kleine Pforte, die auf den Hinterhof führt. Zur Rechten geht von der
Halle eine Tür ab. Sie führt in einen großen Raum, in dem fünf massive Fichtentische mit
je vier Stühlen aufstellt sind. Der Raum ist weiß getünscht und lediglich die
Messingleuchter und zwei Holzstiche, die Szenen aus Immanspielen abbilden, sorgen für
etwas farbliche Abwechslung. Je zwei Fenster führen von dem Raum auf die Straße und in
den kleinen Hinterhof.
Linker Hand der Halle finden sich zwei Türen. Die vordere führt in einen kleinen Raum,
der von der Pensionsleiterin Gersinde Traviadank bewohnt wird. Die Einrichtung besteht
aus einem schmalen Bett, einer Truhe, einem Wandbord und einem kleinen Tischchen, auf
dem je nach Jahreszeit und Möglichkeit ein kleiner Blumenstrauß oder Tischschmuck steht.
Unter dem Bett findet sich ein mit Blumenmuster verzierter Nachttopf, der auf einer losen
Diele steht, die angehoben werden kann und dann ein kleines Geheimfach für Gersindes
private Kostbarkeiten freigibt. Die hintere Tür führt in die Küche des Pensionats.
Diese ist etwa doppelt so groß wie Gersindes Zimmer. Ein mächtiges blaues Regal
dominiert die linke Wand. In diesem sind irdenes Geschirr, Messer und Löffel sowie eine
Unzahl von Holzbechern, Töpfen und Pfannen aufgestapelt. Zwischen den beiden Fenstern,
die zur rechten auf den Hof hinausweisen, hängt ein kleineres Regal, auf dem einige
Gewürze und verschiedene Behälter für Mehl, Zucker, Gries und dergleichen stehen. An
der Rückwand der Küche liegt eine große Feuerstelle, über der auf drei Töpfen gleichzeitig
gekocht werden kann. Der Herd ist so konstruiert, daß er gleichzeitig auch Gersindes
Zimmer wärmen kann. Der Rauch zieht über einen kleinen Abzug, der aber bei sehr feuchtem
Holz nicht mit der Rauchentwicklung Schritt halten kann, nach oben ab.
Obergeschoß:
Die gewundene Treppe mündet im Obergeschoß mit Blickrichtung zur Straße (die man allerdings
nicht sehen kann, in einen Gang. Direkt vor der Treppe liegt eine Tür, die in eine Kammer führt.
Das Stockwerk wird lediglich durch ein Fenster hinter der Treppe und den schwachen Lichtschein,
der von unten heraufdringt, beleuchtet. An den Wänden befinden sich insgesamt 6 Kerzenhalter.
Rechter Hand münden je zwei Türen in den dunkel getäfelten Gang, hinter denen sich weitere Kammern
befinden. Links finden sich auf der rechten Seite des Gangs ebenfalls zwei Türen zu Kammern, rechts
eine etwas breitere Tür. Hinter dieser Tür befindet sich
eine kleine Bibliothek, in der insbesondere
die Lehrmaterialien für die Schüler verwahrt werden.
Die vier Kammern auf der rechten und die beiden Kammern auf der linken Seite beinhalten je zwei Betten,
zwei kleine Truhen, zwei Schemel und einen kleinen Tisch. Die Wände sind weiß getünscht. An einigen Wänden
haben Schüler kleine Andenken an ihre Familie oder das Heimatdorf angebracht. In den Kammern rechter Hand
schlafen die Eleven der Pension, die bei den Sweltlandponys Immen spielen. Die Kammern zur Linken werden
für Gäste und auch die hin und wieder zu Besuch kommenden Eltern der Schüler frei gehalten. Die mittlere
Kammer ist schmaler als die übrigen. In ihr finden nur ein Bett, ein Schemel und ein Wandbord Platz. Dieser
Raum kann mit einem zusätzlichen Schüler belegt werden, was die Zahl der hier beherbergbaren Immanspieler
auf neun erhöht. Im Notfall könnten auch die beiden Gästezimmer mit Schülern belegt werden, was allerdings
kaum einmal nötig sein dürfte, da die meisten Jugendspieler doch aus Lowangen und der nächsten Umgebung kommen.
Der Hof
Der Hof ist von anderen ebenfalls gelb gestrichenen Häusern eingerahmt. Das Pensionat hat keinen eigenen
abgegrenzten Bereich hier. Insgesamt führen in dem Karré 8 Türen auf den Hof, allesamt grün gestrichen und in
recht gutem Zustand. Häufig hängen diverse Wäschestücke auf dem Hof, was es den jungen Bewohnern des Pensionats
nahezu unmöglich macht, hier ihrem größten Hobby nachzugehen.
Direkt neben der Hinterpforte führt eine kleine Außentreppe in den Keller des Pensionats. Die mit Gittern gesicherte
Tür ist ständig verschlossen, kleine Löcher im Holz weisen aber darauf hin, daß Ratten und Mäuse hier ein und aus
gehen. Im Keller werden die Vorräte der Küche verwahrt. Neben frischem Brot und länger haltbaren Zutaten wie Mehl
und Salz finden sich hier auch Bier und verdünnter Wein. In einem kleinen Verschlag liegen einige Werkzeuge zur
Holzbearbeitung, viele Bretter und schmale Balken und weniger gelungene Exemplare von Immanschlägern samt einigen
Korkbällen. Macht man sich die Mühe, die gesamten Holzteile zur Seite zu räumen, kann man hinter einigen losen
Brettern der Holzwand einen halb eingefallenen Gang freilegen, der unter dem Hof hindurch direkt bis in den Keller
des Gildenhauses der Kaufleute führt und dort vor einer fest vernagelten Holzwand endet. Er scheint schon seit
geraumer Zeit ungenutzt und vergessen zu sein.











